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Planungsguide
2026

Wie viele Kilometer am Tag beim Bikepacking? Erst Stunden, dann Kilometer

Eine Pauschalzahl hilft für die erste Tour. Danach hilft eine Rechnung: wie viele Stunden du fahren willst, wie schnell du im Flachen bist und wie viel Zeit die Höhenmeter kosten. Mit Startwerten aus der Recherche — und zwölf echten Tagen, an denen sie sich messen lassen müssen.

Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026•13 Min. Lesezeit

Ich verdiene über Affiliate-Provisionen. Was ich empfehle, würde ich auch ohne Provision empfehlen; nach welcher Regel ich auswähle, steht in der Methodik dokumentiert.

Blick vom Lenker auf einen asphaltierten Radweg neben einer Autobahn, Raureif auf den Wiesen, am Lenker ein Garmin mit den Fahrdaten, 2025.

Die Kurzfassung

  • Plane in Fahrstunden und rechne daraus Kilometer. Die Apps schätzen nur die Zeit in Bewegung; Pausen, Einkauf und Pannen kommen obendrauf.
  • Fahrzeit = Strecke durch Flachtempo plus Höhenmeter durch Kletterrate. Startwerte für ein beladenes Rad: 18 km/h und 400 Hm pro Stunde.
  • Die oft zitierte Regel „100 Hm = 1 km“ kommt vom Wandern und taugt fürs Rad nicht.
  • Auf meiner Tour Salzburg → Rom lag die Startformel über die elf Tage mit Höhenmessung 32 % über der gefahrenen Zeit. Die Faustregel gibt den Startwert, die eigenen Tage geben die Zahl.
  • Nach den ersten Tagen mit dem eigenen Flachtempo und der eigenen Kletterrate neu rechnen — getrennt für flache und hügelige Tage.

Erst Stunden, dann Kilometer

Für die erste Tour mit Gepäck reicht eine Pauschalzahl; die steht im Guide zur ersten Bikepacking-Tour. Dieser Guide ist für jede Tour danach. Und dafür ist die Frage „Wie viele Kilometer?“ die falsche Reihenfolge.

Alle Quellen, die ich belastbar fand, trennen zwei Zeiten: die Fahrzeit, also die Zeit in Bewegung, und die Zeit, die du am Tag unterwegs bist. Bikepacking.com nennt für fast alle Routentypen 4–6 Stunden Fahrzeit am Tag bei ruhiger und 7–10 Stunden bei zügiger Gangart. Exploring Wild formuliert Fahrzeit und Höhenmeter als zwei Grenzen, von denen die zuerst erreichte gilt. Daraus folgt die Reihenfolge: Wie viele Stunden will ich fahren? Wie schnell bin ich in diesem Gelände? Erst dann: wie weit.

Zur Orientierung, was andere bei welchem Tourtyp ansetzen:

TourtypSpanne pro TagQuelle
Overnighter (eine Nacht)32–64 km bis zum LagerplatzBikecommuters
Mehrtagestour „All-Road“, teils unbefestigt60–97 km ruhig, 98–145 km zügigBikepacking.com
Mehrtagestour, gemischter Untergrund49–81 km ruhigBikepacking.com
Schotter und leichte Trails48–64 km entspannt, 64–89 km moderatExploring Wild
Radreise, 16–23 kg Gepäck, Asphaltetwa 80 kmAdventure Cycling
Veranstalter-Radreise, Gepäck wird gefahrenim Schnitt höchstens 60 kmHappy Cycling Holidays

Als ruhiger Gegenpol das Brevet: Die Zeitlimits des Audax Randonneurs Allemagne erlauben 200 km in 13,5 Stunden. Das sind rund 15 km/h über die gesamte Zeit, alle Stopps eingerechnet — derselbe Wert, den Richard Barrett bei Cicerone als gemütliches Planungstempo für Radreisen nutzt. Wer an einem langen Tag in Gesamtzeit rechnet, landet also schneller bei bescheidenen Werten, als es die Kilometer vermuten lassen.

Aussortiert: die Tabelle „untrainiert 0–30 km, mit Kondition 50–80 km, gute Kondition 80–120 km“. Sie steht fast wortgleich auf drei Seiten, die sich gegenseitig zitieren, und keine erklärt, wie die Werte zustande kamen. Ebenso die Umfrage von BiketourGlobal, in der die Mehrheit 100 km pro Tag angibt: Sie ist ausdrücklich nicht repräsentativ.

Die Rechenhilfe: Strecke plus Höhenmeter

Richard Barrett überträgt bei Cicerone die Naismith-Regel vom Wandern aufs Rad. Die Grundform ist einfach:

Fahrzeit = Strecke ÷ Flachtempo + Höhenmeter ÷ Kletterrate

Barretts Startwerte für ein beladenes Reiserad: 18 km/h im Flachen und 400 Hm pro Stunde bergauf. Ohne Gepäck setzt er 25 km/h und 750 Hm pro Stunde an. Die Werte mit Gepäck nennt er selbst eine Annahme, die er erst prüfen will — also ein Startwert, keine Messung.

Umgedreht wird daraus die Planungsrechnung. Du legst fest, wie viele Stunden du fahren willst, ziehst die Zeit für die Höhenmeter ab und multiplizierst den Rest mit dem Flachtempo:

TagFahrzeit-BudgetZeit für HöhenmeterRest × FlachtempoStrecke
Flach, 200 Hm6 h200 ÷ 400 = 0,5 h5,5 h × 18 km/h99 km
Hügelig, 800 Hm6 h800 ÷ 400 = 2 h4 h × 18 km/h72 km
Bergig, 1.400 Hm6 h1.400 ÷ 400 = 3,5 h2,5 h × 18 km/h45 km

Das Flachtempo hängt am Untergrund. Exploring Wild nennt für die Zeit in Bewegung:

Aus Meilen pro Stunde umgerechnet.

UntergrundFlachtempo
Asphalt und glatter Schotter16–19 km/h
Schotter, Feldwege, leichte Trails14,5–16 km/h
Grobe Fahrwege, mittlere Trails6,4–8 km/h
Schieben1,6–4,8 km/h

Welche Höhenmeter-Regel fürs Rad taugt

Im Umlauf sind mehrere Regeln, und sie kommen aus verschiedenen Welten. Rechnet man sie in „100 Hm kosten so viel Zeit wie x km im Flachen“ um, liegen die brauchbaren zwischen 2,5 und 4,5 km:

RegelHerkunft100 Hm ≈Fürs Rad?
Leistungskilometer: 100 Hm = 1 kmSchweizer Bundesamt für Sport, Trekking und Marsch1 kmNein — eine Gehregel
Barrett mit Gepäck: 18 km/h + 400 Hm/hCicerone, Naismith aufs Rad übertragen4,5 kmJa, als Startwert
Barrett ohne Gepäck: 25 km/h + 750 Hm/hCicerone3,3 kmJa, für Tagestouren
25 km/h + 1.000 Hm/hRennrad-News-Forum, gemütliche Bergtour2,5 kmOhne Gepäck
25 km/h + 600 Hm/hRennrad-News-Forum, Reiseleiter für fremde Gruppen4,2 kmFür Gruppen

Aussortiert: „100 Hm = 1 km“. Die Regel stammt aus der Ausbildung für Trekking und Märsche. Zu Fuß bist du im Flachen etwa so langsam wie bergauf schnell; auf dem Rad bist du im Flachen ein Vielfaches schneller als zu Fuß, am Berg aber nicht im selben Verhältnis. Ebenfalls nicht für deinen Fall, solange du auf Radwegen und Straßen fährst: die Faustformel des DAV mit 12 km/h. Sie ist für Bergtouren mit dem Mountainbike gedacht und auf Radwegen zu langsam.

Zwölf Tage Salzburg → Rom gegen die Faustregeln

Im August 2026 bin ich von Salzburg nach Rom gefahren, zwölf Fahrtage, zu zweit. Die Tabelle unten ist aus dem Garmin-Export gerechnet: Kilometer, Anstieg und Fahrzeit je Tag, daraus der Schnitt und Barretts Startformel für ein beladenes Rad. Es sind die Zahlen einer Person — 1,96 m, 120 kg, mit Gepäck, im italienischen August. Sie sind keine Messlatte, sondern ein Beispiel dafür, wie weit eine Faustregel von echten Tagen liegen kann. Wie die Tage verliefen, steht im Tourbericht.

Garmin Edge 1040, Zeit in Bewegung. An Tag 12 war der Höhenmesser gestört; die Summe der Höhenmeter und der Formel umfasst deshalb nur die Tage 1 bis 11 (58,3 h gefahren).

TagStreckeAnstiegHm je 10 kmFahrzeitSchnittBarrett-Formel
Tag 1101 km1.115 Hm1105,8 h17,4 km/h8,4 h
Tag 2135 km962 Hm716,5 h20,8 km/h9,9 h
Tag 3125 km351 Hm286,0 h21,0 km/h7,8 h
Tag 464 km137 Hm213,2 h19,8 km/h3,9 h
Tag 592 km169 Hm184,6 h20,0 km/h5,5 h
Tag 658 km119 Hm212,6 h22,3 km/h3,5 h
Tag 7104 km210 Hm205,2 h20,2 km/h6,3 h
Tag 8121 km385 Hm326,6 h18,4 km/h7,7 h
Tag 986 km832 Hm966,0 h14,4 km/h6,9 h
Tag 1081 km685 Hm854,6 h17,5 km/h6,2 h
Tag 11127 km1.615 Hm1287,3 h17,5 km/h11,1 h
Tag 1281 km——4,5 h18,2 km/h—
Zusammen1.174 km6.580 Hm62,7 h18,7 km/h77,2 h

Was die Tabelle zeigt

  • Im Schnitt 98 km und 5,2 Stunden Fahrzeit am Tag, bei 18,7 km/h. Die Tage reichten von 58 km (Tag 6) bis 135 km (Tag 2), die Fahrzeit von 2,6 bis 7,3 Stunden. Gefahren bin ich 1.174 km, geplant waren 1.256 km — die 82 km dazwischen sind die Strecken, die wir mit dem Zug gefahren sind.
  • Barretts Formel lag 32 % über der gefahrenen Zeit — 77,2 statt 58,3 Stunden über die Tage 1 bis 11, je Tag zwischen +14 % und +53 %. Ein Grund liegt vermutlich im Untergrund: Laut OSM-Näherung waren nur rund 8 % der Strecke unbefestigt. Ein zweiter in den Abfahrten, die einen Teil der Kletterzeit zurückgeben.
  • Flach gegen hügelig. Die Tage 3 bis 8 mit im Schnitt 24 Hm je 10 km liefen mit 20,1 km/h, die Tage 1, 9, 10 und 11 mit 107 Hm je 10 km mit 16,7 km/h — rund 17 % langsamer.
  • Tag 2 passt in keine Gruppe. 962 Hm und trotzdem 20,8 km/h: Auf den Anstieg nach Böckstein folgte ab Mallnitz eine lange Abfahrt, und den Weg bis zur Grenze hat der Zug von Villach nach Tarvisio übernommen. Garmin zeigt nur den Anstieg, nicht den Abstieg. Exploring Wild schreibt dazu, an Tagen mit viel Abfahrt seien doppelte Distanzen normal.

Die kürzesten Tage waren nicht die bergigsten

Tag 6 mit 58 km begann um 13:12 Uhr, nach einem Vormittag am Pool. Tag 4 mit 64 km war der Tag der Panne, mit Autofahrt nach Udine und Zug nach Portogruaro. Tag 10 begann um 13:01 Uhr und kam trotz 685 Hm auf 81 km. Was die Distanz an diesen Tagen begrenzt hat, war die Zeit auf dem Rad, nicht das Gelände. Deshalb rate ich, in Stunden zu planen.

Wie viel vom Tag ist Fahrzeit?

Eine Studie mit einem pauschalen Anteil habe ich nicht gefunden. Exploring Wild rechnet mit etwa 6 Stunden Fahrt bei 8 Stunden unterwegs, also rund drei Vierteln. Aus meinen Daten lässt sich der Anteil nachrechnen: Startzeit aus dem Garmin, Ankunft am Schlafplatz aus der Spur. Ohne die Tage 2 und 4, an denen ein Zug dazwischenlag, war ich im Schnitt 9,0 Stunden vom Start bis zur Ankunft unterwegs, davon 59 % in Bewegung. Fähren, Einkäufe, eine Reparatur und viele Pausen in der Hitze stecken in der Differenz.

Für deine Planung heißt das: Zur Fahrzeit aus der Formel kommt bei Exploring Wild ein Drittel dazu, bei mir waren es im August rund 69 %. Prüfe danach, ob das noch ins Tageslicht passt.

Was 100 Höhenmeter bei mir gekostet haben

Über die elf Tage mit Höhenmessung lässt sich ausgleichen, welches Flachtempo und welche Kletterrate die Fahrzeiten am besten erklären. Heraus kommen rund 21,1 km/h und 1.070 Hm pro Stunde. 100 Hm kosteten damit so viel Zeit wie etwa 2,0 km im Flachen — weniger als jede der Radregeln oben, weil die Abfahrten einen Teil der Zeit zurückgeben. Mit elf Tagen ist das eine grobe Zahl, und sie gilt für meine Strecke, nicht für einen Alpenpass mit Schotter.

Was die Zahl verschiebt

Gepäck: weniger als gedacht, aber nicht nichts

CyclingAbout hat es gemessen: Ein Fahrer fuhr dieselbe hügelige Runde mit 5, 15 und 25 kg Gepäck bei gleicher Leistung. Hochgerechnet auf 100 km mit 1.796 Hm war er mit 25 kg 6,8 % langsamer als mit 5 kg, im Mittel etwa eine Minute pro zusätzlichem Kilogramm. Adventure Cycling setzt für Selbstversorger mit 16–23 kg trotzdem etwa 80 km am Tag an, mit weniger als 9 kg etwa 97 km. Die Messung lief bei konstanter Leistung über eine Runde; Ermüdung über mehrere Tage erfasst sie nicht. Wer zum ersten Mal beladen fährt, plant laut Adventure Cycling die Hälfte bis zwei Drittel der gewohnten Strecke.

Hitze

In einer Laborstudie brauchten zehn trainierte Radfahrer für 40 km bei 30 °C rund 3,8 % länger als bei 10 °C; bei Profis sank die Leistung ab etwa 25 °C um 9–18 %. Das sind Sportler bei voller Belastung, keine Reisenden — die Richtung ist belegt, die Größe für Bikepacking nicht. Auf Salzburg → Rom lag die Luft ab dem dritten Tag jeden Tag über 30 °C, an fünf Tagen über 35 °C, und irgendwann bin ich um sechs oder früher aufgestanden. Exploring Wild rät bei großer Hitze ebenfalls zu einem frühen Start und einer Pause über Mittag.

Wind

Der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Anströmgeschwindigkeit, Gegenwind wirkt also stärker, als sein Zahlenwert vermuten lässt. Wie viel das mit beladenem Rad ausmacht, kannst du mit eigenen Werten auf kreuzotter.de rechnen. Aussortiert: eine feste Prozentzahl für Gegenwind. Eine Feldstudie zu Reiserädern im Wind habe ich nicht gefunden.

Tageslicht: das Zeitbudget, das am stärksten schwankt

Hamburg zum Vergleich: Juni im Schnitt 16:57 h, Dezember 7:34 h. Für Österreich und die Schweiz den eigenen Ort nachschlagen.

MonatØ Tageslänge München 2026
März11:56 h
April13:41 h
Mai15:12 h
Juniknapp 16:00 h
Juli15:36 h
August14:16 h
September12:34 h
Oktober10:50 h
Dezember8:26 h

Exploring Wild rechnet aus 11 Stunden Tageslicht etwa 8 Stunden unterwegs und rund 6 Stunden auf dem Rad. Übertragen auf München heißt das: Im Oktober sind knapp 6 Stunden Fahrzeit drin, im Juni ist das Licht kaum die Grenze — dann begrenzen Sitzfläche, Nacken und Beine.

Unterwegs nachrechnen: nach den ersten Tagen

Eine Quelle, die genau diese Methode beschreibt, habe ich nicht gefunden. Sie folgt aber aus allem oben: Die Faustregel liefert den Startwert, und sobald du eigene Tage hast, ersetzt du ihn.

Flachtempo bestimmen

Aus einem oder zwei flachen Tagen: Kilometer durch Fahrzeit. Fahrzeit ist die Zeit in Bewegung, nicht die Uhrzeit von Start bis Ankunft.

Kletterrate bestimmen

Aus einem hügeligen Tag: Strecke durch dein Flachtempo ergibt die Zeit, die du im Flachen gebraucht hättest. Was an Fahrzeit übrig bleibt, ging für die Höhenmeter drauf. Höhenmeter durch diese Restzeit ist deine Kletterrate.

Resttage neu rechnen

Mit beiden Werten jede verbleibende Etappe nach der Formel oben, flache und hügelige Tage getrennt. Für hügelige Abschnitte lieber mehrere Tage mitteln — ein einzelner Tag streut stark.

Stunden prüfen, nicht Kilometer

Passt die gerechnete Fahrzeit plus Pausen in dein Tageslicht? Wenn nicht, wird die Etappe kürzer, nicht der Tag länger.

Nachträglich an Salzburg → Rom gerechnet — als Probe, nicht als Beschreibung, wie die Tour geplant war. Tag 3 und 4 ergeben ein Flachtempo von 20,6 km/h, Tag 1 damit eine Kletterrate von rund 1.210 Hm pro Stunde. Damit gerechnet:

Eigene Werte: Flachtempo aus Tag 3 und 4, Kletterrate aus Tag 1. Auf den flachen Tagen nur Strecke durch Flachtempo.

AbschnittGefahrenEigene WerteBarrett-Startwerte
Tage 5 bis 8, flach18,9 h18,2 h (−4 %)23,0 h (+22 %)
Tage 9 bis 11, hügelig17,9 h16,8 h (−6 %)24,2 h (+35 %)

Die eigenen Werte aus drei Tagen lagen näher an der gefahrenen Zeit als die Startformel. Das sagt nichts darüber, ob 18 km/h für dich zu langsam oder zu schnell sind — nur, dass der eigene Schnitt mit Gepäck die bessere Zahl ist, sobald du ihn hast.

Erster Tag, Ruhetage, Puffer

  • Anlauf: Exploring Wild rät, die ersten Tage oder die erste Woche ruhiger anzugehen. Im Radreise-Forum beschreibt jemand das Muster „70 km zu Beginn, 100 km am Ende“ einer Zehn-Tage-Tour.
  • Ruhetage: Adventure Cycling empfiehlt einen auf zehn Fahrtage, Exploring Wild einen auf fünf bis acht, auch halbe Ruhetage helfen. Eine Norm gibt es nicht.
  • Puffer: Wetter, Wegzustand, ungünstig verteilte Schlafplätze, Pannen, Einkauf. Exploring Wild empfiehlt für jeden Tag einen Ausweichplan — ein früheres und ein späteres Ziel. Barrett baut den Puffer ins Tempo ein und plant mit 15 km/h.
  • Letzter Tag: Dazu habe ich keine belastbare Quelle gefunden.

Was Komoot, RideWithGPS, Garmin und BRouter schätzen

Alle vier schätzen die Zeit in Bewegung, nicht die Zeit, die du unterwegs bist. Wie weit sie typischerweise danebenliegen, hat niemand systematisch untersucht, soweit ich finden konnte. Was die Herstellerdoku über die Rechenweise sagt:

WerkzeugRechnet laut HerstellerFür deinen Fall, wenn …
RideWithGPSPersönlich, aus deinen letzten Fahrten über 16 km; unterwegs am aktuellen Tempo nachgeführt… du beladene Fahrten aufzeichnest. Nicht, wenn deine Fahrten bisher ohne Gepäck waren — dann fällt die Schätzung zu kurz aus.
KomootNach Sportart, Fitnessstufe, Untergrund und Höhenprofil; die Stufen beruhen laut Komoot nicht auf wissenschaftlichen Fitnessmaßen… du nach Untergrund planen willst und Pausen selbst aufschlägst.
BRouterPhysikalisches Modell mit Masse, Luft- und Rollwiderstand und Fahrerleistung, alle Werte änderbar… du deine echte Masse mit Gepäck und deine Dauerleistung eintragen willst.
Garmin EdgeZeit bis Ziel und Ankunft nur als Schätzung beschrieben; der Rechenweg steht nicht im Handbuch… du unterwegs kontrollieren willst. Zum Planen nicht, weil du nicht weißt, womit es rechnet.

RideWithGPS kostet für die Zeitschätzung in der App das Basic-Abo (7,99 $ im Monat oder 59,99 $ im Jahr), im Web-Routenplaner Premium (9,99 $ oder 79,99 $). BRouter ist Open Source. Aussortiert: ein Preis für Komoot Premium, weil ich ihn nur aus zweiter Hand fand, und ein Forenbericht über falsche Ankunftszeiten am Garmin — ein Einzelfall, kein Beleg.

Fünf Planungsfehler, die Tage kosten

Die App-Zeit für die Tageszeit halten

Komoot und die anderen rechnen nur die Zeit in Bewegung. Auf meinen Tagen ohne Zug war das rund drei Fünftel der Zeit von Start bis Ankunft.

Den Schnitt ohne Gepäck ansetzen

Wer seine Feierabendrunden als Maßstab nimmt — auch über RideWithGPS, das aus vergangenen Fahrten rechnet —, plant zu weit. Adventure Cycling rät beim ersten beladenen Fahren zur Hälfte bis zwei Dritteln der gewohnten Strecke.

Die Wanderregel aufs Rad übertragen

„100 Hm = 1 km“ ist eine Gehregel. Fürs Rad liegen die Ableitungen zwischen 2,5 und 4,5 km pro 100 Hm, netto mit Abfahrten auch darunter.

Etappen nach Unterkünften statt nach Gelände

Liegen die Schlafplätze ungünstig, entscheidet sich laut Exploring Wild der Schnitt daran, wie oft du den zu langen statt den zu kurzen Tag wählst. Erst die Stunden festlegen, dann den Schlafplatz in diesem Rahmen suchen.

Keinen Puffer einplanen

Auf Salzburg → Rom kam an Tag 4 eine Panne dazu, mit Autofahrt und Zug bis zum nächsten Schlafplatz, an Tag 11 ein Unwetter mit einem Baum quer über der Straße. Exploring Wild empfiehlt für jeden Tag ein früheres und ein späteres Ziel.

Häufige Fragen

Ausrüstung

Die Etappen stehen — und das Gepäck?

Die Sets nennen für Schlafsystem, Zelt und Taschen je ein Produkt mit Gewicht und Quelle, und sie sagen, welche Positionen sie offen lassen.